PV-Überschussladen: Ladekosten berechnen

Mit PV-Überschussladen nutzt du mehr Strom vom eigenen Dach für dein Elektroauto. Die Ladung richtet sich nach dem Solarstrom, der nach dem übrigen Hausverbrauch verfügbar ist. Unser Ladekostenrechner zeigt dir mit deinen Preisen und deinem Solaranteil, wie sich Netzstrom und eigener Solarstrom unterscheiden. Für die passende Lösung müssen Messung, Steuerung, Fahrzeug und Wallbox zusammenarbeiten. Dieser Ratgeber hilft dir bei der Auswahl und ordnet den externen ADAC-Wallboxtest von 2023 ein; eigene Lade- oder Sicherheitsmessungen liegen dafür nicht vor.

Direkt zum Ladekostenrechner für Netzstrom und Solarüberschuss – mit deinen Preisen, deinem Solaranteil und optionalen Zusatzkosten.

Noch offen, welche Bauform und Leistung zu deinem Stellplatz passt? Beginne mit der Wallbox-Kaufhilfe zu Anschluss und Gesamtkosten. Der Vergleich mobiler 11-kW-Geräte beschreibt andere Auswahlfragen; eine automatische PV-Regelung ist für diese drei Varianten dort nicht nachgewiesen.

Was beim PV-Überschussladen zusammenarbeiten muss

  • Messung am Netzanschlusspunkt: Die Regelung braucht den tatsächlichen Überschuss nach dem übrigen Hausverbrauch. Die Erzeugungsleistung des Wechselrichters allein zeigt diesen Überschuss nicht.
  • Eine passende Steuerung: Sie verarbeitet die Messwerte und passt den Ladevorgang an. Prüfe, ob das vorhandene Energiemanagement diese Aufgabe übernehmen kann oder zusätzliche Komponenten benötigt.
  • Eine regelbare Ladeeinrichtung: Die konkrete Modellgeneration muss die vom System benötigte Anbindung und Funktionen unterstützen. Ein ähnlich benanntes Produkt ist kein ausreichender Nachweis.
  • Das Fahrzeug und seine Standzeiten: Es muss den gewünschten Lademodus unterstützen und während nutzbarer Solarerzeugung am Stellplatz stehen. Der tägliche Energiebedarf bleibt die entscheidende Größe.

Lass dir eine Liste der zusammen passenden Komponenten geben: Wechselrichter, Zähler, gegebenenfalls Speicher, Steuerung, Wallbox und Fahrzeug. Dazu gehören die notwendigen Schnittstellen und eventuelle laufende Kosten. Unser Ratgeber zum Energiemanagement im Zuhause erklärt die Rolle der übergeordneten Steuerung. Möchtest du anschließend konkrete Lösungen auswählen, vergleiche im HEMS-Vergleich die Möglichkeiten, notwendige Hardware und laufenden Kosten – einschließlich Home Assistant und evcc.

Phasenumschaltung und Mindestleistung verstehen

Der ADAC erläutert im Test von 2023, warum die Umschaltung zwischen ein- und dreiphasigem Laden nützlich sein kann: Bei 6 A Mindeststrom liegen die Größenordnungen bei etwa 1,4 beziehungsweise 4,2 kW. Einphasiges Laden kann dadurch auch kleinere Überschüsse nutzen. Ob die Umschaltung für dein Fahrzeug und System zulässig und verfügbar ist, musst du anhand der konkreten Unterlagen prüfen. Quelle: ADAC-Test zu PV-Wallboxen.

Die PV-Mindestladeleistung und die Leistungsgrenze der netzorientierten Steuerung beschreiben unterschiedliche Sachverhalte. Frage außerdem, wie die Regelung bei Wolken, hohem Hausverbrauch und häufigen Ladeunterbrechungen arbeitet. Eine reine Startzeitvorgabe reagiert nicht automatisch auf wechselnde Überschüsse.

Geht PV-Überschussladen ohne Batteriespeicher?

Ja, ein zusätzlicher Hausspeicher ist dafür nicht grundsätzlich nötig. Das Auto kann den aktuell verfügbaren Überschuss direkt laden, wenn es angeschlossen und ladebereit ist. Die Messung am Hausanschluss und die passende Regelung bleiben erforderlich. Ist bereits ein Heimspeicher vorhanden, muss das System entscheiden, welcher Verbraucher beziehungsweise Speicher Vorrang erhält.

Wichtig ist auch die Standzeit: Ein Auto, das während der Sonnenstunden unterwegs ist, kann den Überschuss nicht gleichzeitig direkt nutzen. Ob sich eine zusätzliche Technik lohnt, hängt deshalb von deinen Ladefenstern ab. Die Herstellererklärung von KEBA zeigt unterschiedliche Regelungsarten. Die allgemeine Speicherentscheidung behandelt unser Ratgeber zu Größe und Kosten von PV-Batteriespeichern.

Noch einen Schritt weiter geht die Idee, Solarstrom im Auto für den Abend aufzubewahren und dann im Haus zu nutzen. Was mit einem freigegebenen System möglich ist und wie sich V2H, V2G und V2L unterscheiden, zeigt unser Ratgeber „Bidirektionales Laden: das E-Auto als Hausspeicher“.

Was der ADAC-Test von 2023 aussagt

Der am 31. Oktober 2023 veröffentlichte ADAC-Test untersuchte acht PV-fähige Wallboxen. Den ersten Platz erreichte damals der Fronius Wattpilot Home 11 J 2.0 mit der Note 1,6. Das Ergebnis gehört zu dieser Modellversion und den damaligen Prüfbedingungen. Es ist keine aktuelle Bestenliste für 2026 und kein eigener Test von e-infos.de.

Die Untersuchung ersetzt keine Prüfung deiner heutigen Systemkombination oder individuellen Ladestrategie. Historische Angebotspreise und Förderkennzeichnungen sind keine aktuellen Kaufbedingungen. Vergleiche vor einer Bestellung die vollständige Modellbezeichnung und aktuelle Herstellerunterlagen; ein Nachfolgemodell übernimmt ein altes Testurteil nicht automatisch.

Diese Fragen gehören ins Angebot des Fachbetriebs

  1. Welche exakten Modelle und Softwarestände können miteinander arbeiten?
  2. Welche Messung erkennt Bezug und Einspeisung am Hausanschluss, und ist sie im Angebot enthalten?
  3. Kann die Lösung Ladestrom und gegebenenfalls Phasen passend regeln? Welche Einschränkungen hat das Fahrzeug?
  4. Wie werden Hauslastmanagement, PV-Laden und die erforderliche netzorientierte Steuerung aufeinander abgestimmt?
  5. Kann ich eine Abfahrtszeit oder Mindestladung vorgeben, wenn Solarstrom nicht reicht?
  6. Welche Funktionen laufen lokal, welche brauchen Internet oder kostenpflichtige Dienste?
  7. Wie hoch sind die Zusatzkosten gegenüber einer ohnehin benötigten Ladelösung?

Für die Anmeldung und die Steuerbarkeit einer neuen privaten Ladeeinrichtung gelten zusätzliche Anschlussanforderungen. Die Kaufhilfe erklärt Anmeldung und § 14a EnWG. PV-Fähigkeit allein bestätigt die vollständige Eignung einer Installation nicht.

Ladekostenrechner für Netzstrom und Solarstrom

Wie viel kann dein eigener Solarüberschuss beim Laden sparen? Mit dem Rechner kannst du deinen Netzstrompreis, deine Ladeenergie und den erreichbaren Solaranteil vergleichen. Für eine vorhandene PV-Anlage zählt dabei die Vergütung, die dir durch das Laden statt Einspeisen entgeht. Wenn bereits Solarstrom im Auto landet, trage auch diesen bisherigen Anteil ein.

Deine Ladekosten pro Jahr

Die Vorgaben sind frei gewählte Beispiele, keine aktuellen Tarife. Ersetze sie durch deine Werte. Die Rechnung läuft lokal im Browser; Eingaben werden weder versendet noch gespeichert.

Für den interaktiven Rechner ist JavaScript nötig. Rechenweg und Beispiel stehen direkt unter diesem Kasten.

So rechnet der Vergleich: Ladeenergie × Netzanteil × Netzstrompreis plus Ladeenergie × Solaranteil × entgangene Einspeisevergütung. Die Jahresersparnis ist die Differenz zwischen bisherigem und geplantem Strommix, abzüglich laufender Zusatzkosten. Beispiel: 3.000 kWh, 30 ct/kWh Netzstrom, 8 ct/kWh Einspeisevergütung und 50 % Solarstrom ergeben 570 € statt 900 € jährliche Energiekosten – also 330 € Unterschied vor Zusatzkosten. Das sind frei gewählte Beispielwerte.

Die Grenzen der Rechnung: Vorausgesetzt wird sonst eingespeister, tatsächlich zeitgleich verfügbarer Überschuss aus einer bestehenden Anlage. Der Monatswert ist nur der Jahresdurchschnitt. Ladeverluste müssen in der eingegebenen Ladeenergie enthalten sein; der Vergleich setzt denselben Energiebedarf am Ladepunkt für beide Stromquellen an. Unterschiedliche Verluste bei langsamer PV-Ladung berücksichtigt er nicht automatisch. Der ADAC erläutert, wie Ladeleistung und Ladeart die Verluste beeinflussen. Verbrauchswerte mit bereits eingerechneten Ladeverlusten dürfen nicht nochmals erhöht werden.

Die Differenz ist kein vollständiger Gewinn einer PV-Anlage. Für eine neue Anlage oder einen neuen Speicher brauchst du eine Gesamtrechnung einschließlich Anschaffung, Betrieb und gegebenenfalls Speicherverlusten. Eine feste Amortisationsdauer lässt sich daraus nicht ableiten. Setze den geplanten Solaranteil anhand deiner echten Ladefenster und Überschüsse an – auch dann, wenn die Jahreserzeugung auf dem Papier reichlich ausreicht.

Unser Praxisbeispiel: 71 % Solarstrom beim Laden im Oktober

Wie viel Strom vom eigenen Dach kommt im Alltag im Auto an? Das wollten wir genauer wissen. Im Oktober 2026 hat evcc an unserem go-e-Ladepunkt zu Hause 29 Ladevorgänge mit zusammen 242,4 kWh erfasst. Den Monatswert konnten wir mit den in Home Assistant gespeicherten evcc-Daten abgleichen.

  • Solaranteil laut evcc: 172,2 kWh, rund 71 % der Ladeenergie.
  • Netzstrom: 70,2 kWh, rund 29 %.
  • Von evcc berechnete Ladekosten: 36,69 €, im Schnitt 15,1 ct/kWh.

evcc rechnet auch Energie aus dem Hausspeicher zum Solaranteil. Die 71 % zeigen daher den von evcc ermittelten Anteil für diesen Monat. Wie viel davon direkt von den Modulen und wie viel über den Speicher ins Auto kam, lässt sich aus der Monatsübersicht allein nicht trennen. Die Kosten stammen aus der evcc-Auswertung auf Basis der dort hinterlegten Tarife. So erfasst evcc die Ladevorgänge.

So überträgst du das auf den Rechner: Mit denselben Energiemengen, aber den Beispielpreisen von oben (30 ct/kWh Netzstrom und 8 ct/kWh entgangene Einspeisevergütung), ergibt sich für den Oktober ein rechnerischer Vergleich von 34,84 € im Strommix gegenüber 72,72 € bei reinem Netzladen. Das sind im Beispiel 37,88 € Unterschied. Mit deinem eigenen Tarif und deinen Ladezeiten kann die Rechnung anders ausfallen. Für den Jahresrechner nimm deinen Jahresladebedarf und einen Solaranteil aus mehreren Monaten, wenn du solche Daten hast.

Zwei typische Planungssituationen

Das Auto steht tagsüber oft zu Hause: Prüfe anhand deiner Erzeugungs- und Verbrauchsdaten, wie viel Überschuss zu diesen Zeiten verfügbar ist. Eine passende Regelung kann diese Energie dem Auto zuweisen. Das ist eine Planungssituation, kein dokumentierter Anwenderbericht.

Das Auto ist werktags unterwegs: Ein großer Jahresertrag der PV-Anlage allein genügt nicht. Prüfe Wochenenden, Homeoffice-Tage und deine tatsächlichen Ladefenster. Ein zusätzlicher Speicher oder ein aufwendigeres System muss sich durch den erreichbaren Nutzen rechtfertigen.

So gehst du jetzt weiter

  1. Komponenten und Ladezeiten notieren: Fahrzeug, Wechselrichter, Messung, Speicher und typische Standzeiten zusammenstellen.
  2. Kompatibilität schriftlich klären: Passende Unterlagen und ein vollständiges Installationsangebot anfordern.
  3. Alternativen vergleichen: Zusatzkosten der PV-Regelung mit dem erwartbaren Nutzen vergleichen, bevor du dich auf eine Marke festlegst.

Zur Wallbox-Kaufhilfe mit Anschluss- und Kostencheck · Energiemanagement verstehen · Unsere Quellen- und Vergleichsmethode.

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