Solarstrom ins Auto laden, die Wärmepumpe sinnvoll einbinden und günstige Stromstunden nutzen: Genau dieses Zusammenspiel macht die eigene Energiewende spannend. Ein Home Energy Management System, kurz HEMS, kann dabei helfen. Welche Lösung passt aber zum eigenen Haus – eine fertige Steuerung oder die flexible Kombination aus Home Assistant und evcc?
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Kurzantwort: Home Assistant eignet sich als erweiterbare Zentrale für Menschen, die ihr System selbst gestalten möchten. evcc ergänzt die spezialisierte Ladeplanung. Wer Einrichtung und Betreuung lieber abgibt, sollte ein passendes Gateway-System samt Installationsangebot vergleichen. Entscheidend sind die konkreten Geräte, verschiebbare Verbräuche und die Gesamtkosten über mehrere Jahre.
Stand: 29. Oktober 2026, Schwerpunkt Deutschland. Dieser Vergleich wertet Herstellerunterlagen, Dokumentation und öffentlich zugängliche Preise aus. Er ist kein eigener Praxistest der sieben Systeme und keine Rangliste nach Marktanteilen. Die Auswahl deckt unterschiedliche, im deutschen Markt angebotene oder in der Smart-Home-Praxis verbreitete Ansätze ab. Preise und Funktionen gelten nur für die beschriebenen Varianten.
- Die sieben Lösungen im Überblick
- Welche Hardware braucht Home Assistant?
- Home Assistant und evcc verbinden
- Kosten über fünf Jahre vergleichen
- Welche Lösung passt zu deinem Haus?
Was bringt ein HEMS im Alltag?
Ein HEMS verbindet Messwerte mit Entscheidungen: Ist gerade genug Solarüberschuss zum Laden da? Soll zuerst der Hausspeicher gefüllt werden? Reicht ein günstiges Zeitfenster, damit das Auto morgens fahrbereit ist? Eine gute Einrichtung berücksichtigt dabei auch Komfort und Abfahrtszeiten. Niemand möchte jeden sonnigen Mittag seine Geräte von Hand umstellen.
Die Grundlagen erklären wir im Ratgeber zu EMS und Home Assistant. Hier geht es um die Auswahl einer konkreten Lösung. Drei Fähigkeiten sollte man auseinanderhalten: anzeigen, steuern und optimieren. Ein System kann den Ladezustand einer Batterie anzeigen, ohne deren Laden beeinflussen zu können. Und eine schaltbare Wärmepumpe ist noch keine stufenlos geregelte Wärmepumpe.
HEMS-Vergleich: sieben unterschiedliche Lösungen
| Lösung | Ansatz und Kostenbasis |
|---|---|
| Home Assistant | Offene Smart-Home-Plattform. Software kostenlos; Green als fertiger Einstieg: 179 € UVP. Energiesteuerung muss passend eingerichtet werden. |
| evcc | Spezialist für intelligentes Laden und weitere unterstützte Energiegeräte. Vorhandener Rechner nutzbar; je nach Schnittstelle Sponsortoken erforderlich. |
| openWB software2 | Lokale Steuerung mit Schwerpunkt Ladepunkte und Energieflüsse. Standalone-Controller je Variante 239–408 €; passende Ladepunkte zusätzlich. |
| clever-PV | Cloud-Lösung für unterstützte, vernetzte Geräte. Kostenlose Basis und kostenpflichtiges Premium-Angebot; aktuellen Premiumpreis in der App prüfen. |
| Solar Manager | Gateway mit Geräteanbindung und Cloud-Diensten. Hardware nach Angebot; Basic 48 €/Jahr, Premium 72 €/Jahr. |
| SMA Sunny Home Manager 2.0 | Energiemanagement für passende SMA- und unterstützte Fremdgeräte. Gerät und Installation nach Angebot; Funktionen und Schnittstellen prüfen. |
| 1KOMMA5° Heartbeat AI | Gateway, Optimierungsdienst und Tarifmodell. Aktuelles Kaufangebot: 699 € plus 14,99 €/Monat; erforderlichen Stromtarif gesondert berücksichtigen. |
Die Tabelle zeigt unterschiedliche Produktarten. Home Assistant und evcc können gemeinsam auf einem Rechner laufen. Ein Cloud-Zugang ersetzt dagegen weder einen fehlenden Energiezähler noch eine nicht steuerbare Wallbox. Die folgenden Quellen und Einschränkungen gehören deshalb zum Preisvergleich dazu.
1. Home Assistant: viel Freiheit für das eigene Energiesystem
Home Assistant verbindet Smart-Home-Geräte und Automationen. Das Energie-Dashboard kann Strombezug, Solarerzeugung und Speicherwerte zusammenführen, sofern passende Sensoren und Integrationen vorhanden sind. Eine fertige, für jedes Haus optimale Regelstrategie wird dadurch noch nicht mitgeliefert. Dokumentation zum Energie-Dashboard.
Unser Eindruck aus der Funktionsbetrachtung: Der große Reiz liegt darin, Energie mit dem übrigen Alltag zu verbinden – etwa Anwesenheit, Warmwasserbedarf und Ladeplanung. Dafür braucht es Zeit für Einrichtung, Backups und Updates. Wer hauptsächlich unkompliziert Solarstrom ins Auto bringen möchte, muss sich nicht gleich eine komplette Hausautomation bauen.
Die Software ist kostenlos. Eine optionale Fernzugriffslösung von Nabu Casa ist für den lokalen Betrieb nicht erforderlich; deren laufende Kosten gehören gegebenenfalls separat ins Budget. Welche Geräte lokal oder über eine Hersteller-Cloud kommunizieren, entscheidet die jeweilige Integration. Offizielle Installationsmöglichkeiten; optionale Nabu-Casa-Dienste.
2. evcc: gezielt Solarstrom und günstige Ladezeiten nutzen
evcc konzentriert sich auf intelligentes Laden und unterstützt außerdem bestimmte Heizgeräte und Speicherfunktionen. Es kann mit kompatiblen Zählern, Wechselrichtern, Fahrzeugen und Wallboxen zusammenarbeiten. Ladepläne und dynamische Strompreise sind besonders interessant, wenn das Auto länger angeschlossen bleibt. Wie viel davon im eigenen Haus funktioniert, muss anhand der konkreten Modelle geprüft werden. evcc-Funktionen und Gerätelisten.
evcc benötigt nicht zwingend Home Assistant. Es kann eigenständig laufen und später eingebunden werden. Experimentelle Funktionen, etwa der entsprechend gekennzeichnete Optimizer, sollte man bei einer Kaufentscheidung nicht wie eine vollständig etablierte Standardfunktion bewerten. Status des evcc-Optimizers.
Bei vielen kommerziellen Wallbox-Schnittstellen ist ein Sponsortoken erforderlich; Ausnahmen hängen vom Gerät ab. Über den direkten Zahlungsweg nennt evcc 50 € jährlich oder 150 € einmalig für einen Lifetime-Token. GitHub Sponsors hat eigene US-Dollar-Preise. Ob ein Token nötig ist, steht bei der jeweiligen Geräteanbindung. evcc-Sponsoring; Zahlungsbedingungen.
3. openWB: Ladepunkte und Energieflüsse lokal koordinieren
openWB software2 verbindet Ladeplanung, Prioritäten und Lastmanagement mit Energieinformationen. Interessant ist das für Haushalte, die mehrere Ladepunkte oder ein darauf abgestimmtes Gesamtsystem planen. Der separate Standalone-Controller kostet aktuell 239–408 € inklusive 19 % Mehrwertsteuer, zuzüglich Versand; Ausstattung und Variante beeinflussen den Preis. openWB Standalone mit software2.
Die Produktbeschreibung nennt als unterstützte Ladepunkte openWB series2, openWB Pro und smartWB. Daraus lässt sich keine pauschale Freigabe für jede vorhandene Fremd-Wallbox ableiten. Weitere PV-, Speicher- und Verbraucher-Anbindungen sind ebenfalls modellabhängig. Controller, Ladepunkt und zusätzliche Messtechnik müssen als Paket zusammenpassen. openWB-Funktionen und Module.
4. clever-PV: Nachrüstung über vernetzte Geräte
clever-PV setzt auf eine Cloud-Lösung. Wenn die vorhandenen Geräte unterstützt werden und die nötigen Messdaten liefern, kann ein zusätzlicher Steuerrechner entfallen. Das ist für eine schlanke Nachrüstung attraktiv. Der Preis dafür ist die Abhängigkeit von Internetverbindung, Dienst und gegebenenfalls den Cloud-Schnittstellen der Gerätehersteller. clever-PV; unterstützte Integrationen.
Es gibt eine kostenlose Basis und einen Premium-Testzeitraum. Daraus folgt nicht, dass alle Automatisierungen dauerhaft kostenlos sind. Ein allgemeiner aktueller Premiumpreis ließ sich im Rechercheabruf der Preisansicht nicht zuverlässig auslesen. Deshalb nennen wir hier keinen vermeintlich verbindlichen Betrag: Vor der Entscheidung das konkrete Premium-Angebot in der App einschließlich Geräteumfang und Abrechnung prüfen.
5. Solar Manager: Gateway und Betreuung im Blick
Solar Manager kombiniert ein Gateway mit Software- und Cloud-Diensten. Die Hardware sollte nach den benötigten Anschlüssen gewählt werden: Flux setzt auf LAN; Connect 2 bietet zusätzlich unter anderem RS485 und Ein-/Ausgänge. Das kann bei einer gemischten Anlage wichtig sein. Welche Geräte tatsächlich steuerbar sind, gehört vor dem Kauf ins Installationsangebot. Solar-Manager-Gateways.
Das verpflichtende Abo kostet laut Anbieter 48 €/Jahr für Basic oder 72 €/Jahr für Premium, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Im Hardwarekauf ist das erste Jahr Basic enthalten; hinzu kommt ein dreimonatiger Premium-Test. Funktionen wie die weitergehende Optimierung müssen dem passenden Tarif zugeordnet werden. Hardware und Einbau werden separat angeboten. Abo- und Preisangaben; Funktionen der Abo-Stufen.
6. SMA Sunny Home Manager 2.0: vorhandenes System nutzen
Wer bereits passende SMA-Technik besitzt, sollte zuerst deren Energiemanagement prüfen. Der Sunny Home Manager 2.0 koordiniert kompatible Erzeuger, Speicher und Verbraucher; Fremdgeräte können über unterstützte Schnittstellen wie EEBUS oder SEMP eingebunden werden. SMA nennt weltweit mehr als 420.000 installierte Geräte – eine Herstellerangabe zur Verbreitung.
Die aktuelle Produktseite beschreibt auch dynamische Stromtarife unterschiedlicher Anbieter in Deutschland. Ältere Unterlagen, die diese Funktion noch ausschließen, sind dafür keine verlässliche Grundlage mehr. Einzelne Funktionen haben Kombinationsgrenzen: SMA nennt beispielsweise Einschränkungen zwischen Peak Shaving und dynamischen Tarifen. Gerät, Installation, Portal und gewünschte Funktionen daher gemeinsam anbieten lassen. Aktuelle SMA-Produktinformationen.
7. Heartbeat AI: Optimierung im Dienst- und Tarifpaket
1KOMMA5° bietet Heartbeat AI auch für ausgewählte bestehende Energiesysteme an. Die aktuelle Kaufseite nennt 699 € einmalig und 14,99 € monatlich. Für die Funktionalität werden ein gesondertes Heartbeat-AI-Abonnement und ein dynamischer Stromtarif vorausgesetzt. Welche Geräte und Leistungen enthalten sind, muss zum eigenen Angebot passen. Heartbeat-AI-Kaufangebot.
Das Modell ist besonders für Menschen interessant, die Steuerung und Tarif aus einem abgestimmten Angebot beziehen möchten. Herstellerwerbung mit sehr niedrigen Strompreisen oder hohen Einsparungen ersetzt jedoch keine Rechnung mit dem eigenen Jahresverbrauch. Grundpreise, Messkosten, Installationsumfang und Vertragsbedingungen gehören dazu. Auch die Freigabe einer Marke bedeutet nicht, dass jedes Modell dieser Marke unterstützt wird. Heartbeat AI; Kompatibilität und Anbieter-FAQ.
Home Assistant: Welche Hardware ist wirklich nötig?
Für ein eigenes HEMS braucht man vier Bausteine: einen dauerhaft laufenden Rechner, belastbare Messwerte, steuerbare Geräte und ein zuverlässiges Netzwerk. Eine teure Zentrale allein sorgt noch nicht für Solarüberschussladen.
- Fertiger Einstieg: Home Assistant Green kommt mit Home Assistant OS, Netzteil und Ethernetkabel. Die aktuelle UVP beträgt 179 € inklusive anwendbarer Steuern; Händlerpreise können abweichen. Der Rechner bietet 4 GB RAM und 32 GB eMMC-Speicher. Green-Ausstattung und Preis.
- Raspberry Pi: Die offizielle Anleitung nennt Pi 4 oder 5 mit mindestens 2 GB RAM, geeignetem Netzteil und einer A2-microSD-Karte ab 32 GB. Netzwerkanschluss sowie gegebenenfalls Gehäuse und Kühlung gehören ins Gesamtbudget. Ein vorhandener Pi kann wirtschaftlicher sein als ein Neukauf. Offizielle Pi-Anforderungen.
- Mini-PC oder virtuelle Maschine: Ein vorhandener, dauerhaft laufender Rechner kann sinnvoll sein. Für die direkte HAOS-Installation auf x86-Geräten nennt die Dokumentation einen 64-Bit-Intel-/AMD-Rechner mit UEFI. Bei einer virtuellen Maschine müssen Netzwerk, Neustartverhalten und gegebenenfalls USB-Zugriff funktionieren. Home Assistant auf x86-Hardware.
- Messung am Netzanschluss: Für die Überschussregelung braucht das System zeitnahe Werte zu Bezug und Einspeisung. Dafür kann bereits vorhandene kompatible Messtechnik dienen; alternativ kommt beispielsweise ein unterstützter Zählerlesekopf oder ein zusätzliches Energiemessgerät infrage. Ein einzelner Steckdosenmesser ersetzt keine Hausmessung. Netzbezug und Einspeisung erfassen.
- Steuerbare Verbraucher: Wallbox, Wechselrichter, Speicher und Wärmepumpe müssen die benötigten Befehle unterstützen. Daten lesen und Leistung regeln sind getrennte Fähigkeiten. Firmware, Schnittstelle und gegebenenfalls Freischaltung prüfen.
- Funk nur bei Bedarf: Für LAN-Geräte braucht man keinen Zigbee-Stick. Green hat keinen eingebauten Zigbee-/Thread-Funk. Ein Connect ZBT-2 kann als Zigbee- oder Thread-Adapter eingerichtet werden; beide Aufgaben übernimmt derselbe Adapter nicht gleichzeitig. Connect ZBT-2.
Praktisch gehören außerdem ein Backup außerhalb des Steuerrechners und eine dokumentierte Grundeinstellung dazu. Das Ziel ist ein System, mit dem auch andere im Haushalt zurechtkommen. Für den Anfang reichen oft Hausmessung, eine Wallbox und eine überschaubare Regelstrategie.
Hardware für deinen eigenen Einstieg
Wenn du den Selbstbauweg wählst, können die folgenden Bausteine passen. Eine vorhandene, ausreichend leistungsfähige Zentrale musst du dafür nicht ersetzen. Für fertige Lösungen gelten die Hardwarevorgaben des jeweiligen Anbieters.
Werbung / Affiliate-Links: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich der Preis dadurch nicht. Bitte die gewählte Ausführung, den Lieferumfang und den aktuellen Verkäufer prüfen.
Ein Rechner für Home Assistant – keine fertig eingerichtete Energiesteuerung.
Das ausgewählte Angebot nennt außerdem eine 64-GB-Speicherkarte, Kartenleser, Kühlkörper und Micro-HDMI-Kabel. Home Assistant OS und evcc müssen selbst eingerichtet werden. Ein Ethernetkabel ist im genannten Lieferumfang nicht aufgeführt; die A2-Klasse der Karte vor dem Kauf prüfen. Nicht zusätzlich zu einem bereits ausreichenden Home-Assistant-Rechner nötig.
Die offizielle Installationsanleitung für den Raspberry Pi hilft beim Aufsetzen von Home Assistant OS. Ein Pi-Set ist nicht automatisch günstiger oder einfacher als der oben beschriebene Home Assistant Green.
Für passende Zigbee-Sensoren und Aktoren – für reine LAN-Anbindungen nicht erforderlich.
Der ZBDongle-P wird mit Koordinator-Firmware angeboten und kann über ZHA oder Zigbee2MQTT eingebunden werden. Er ersetzt keinen Energiezähler und keine Wallbox-Steuerung. Bei vorhandener Funkzentrale erst den Bedarf prüfen; eine USB-Verlängerung kann bei der Platzierung helfen. Diese Ausführung ist nicht der Home Assistant Connect ZBT-2.
Der Hersteller beschreibt die ZHA-Anbindung auch für den ZBDongle-P; weitere Hinweise zu Adaptern bietet die Home-Assistant-Dokumentation. Für Ethernet- oder Modbus-Geräte sowie evcc allein ist dieser Zigbee-Adapter nicht erforderlich.
Home Assistant und evcc: so arbeiten beide zusammen
Home Assistant kann die gemeinsame Oberfläche und allgemeine Hausautomation übernehmen; evcc regelt das unterstützte Laden. So muss man Ladeplanung nicht aus vielen eigenen Automationen zusammensetzen. Der mögliche Datenweg lautet: Hauszähler und PV liefern Werte an evcc; evcc steuert die Wallbox; Home Assistant zeigt Zustände an und kann definierte Einstellungen übermitteln. Wie lokal dieser Weg bleibt, hängt von den Geräteanbindungen ab.
Messen, planen, laden
Zwei verschiedene Bausteine: evcc-App und Integration
Die evcc-App, früher häufig Add-on genannt, lässt evcc auf dem Home-Assistant-Rechner laufen. Die Home-Assistant-Integration bindet dagegen ein laufendes evcc für Anzeigen und Bedienung ein. Sie kann auch mit einem separaten evcc-Rechner arbeiten. Die Integration allein installiert keinen evcc-Server. evcc unter Home Assistant installieren; evcc in Home Assistant einbinden.
Der einfache Installationsweg mit Home Assistant OS
- Zuerst die exakten Modelle von Hauszähler, PV-System und Wallbox in der evcc-Dokumentation prüfen. Benötigt werden sowohl Messwerte als auch eine geeignete Steuerverbindung.
- Home Assistant OS mit App-Store nutzen, beispielsweise auf Green. In der App-Verwaltung das in der evcc-Anleitung genannte Repository evcc-io/hassio-addon hinzufügen und die stabile evcc-Version wählen. Nightly-Versionen eignen sich eher zum gezielten Testen.
- evcc starten und die Geräte in dessen Weboberfläche einrichten. Dabei Bezug, Einspeisung, PV-Erzeugung und gegebenenfalls Speicherwerte zuordnen. Die evcc-App wird von der Community gepflegt; die evcc-Maintainer bieten dafür keinen offiziellen Support.
- Für Anzeigen und Bedienen in Home Assistant verweist die evcc-Dokumentation auf die Community-Integration ha-evcc von marq24, die über HACS eingebunden wird. Das ist eine zusätzliche Community-Komponente und keine vorinstallierte Home-Assistant-Kernintegration. Projekt und Installationsanleitung von ha-evcc.
Der App-Weg setzt eine Installation mit App-Store voraus. Home Assistant Container bietet diesen nicht; dort muss evcc separat betrieben werden, etwa als eigener Container. Auch ein bereits vorhandenes evcc kann weiterlaufen. Unterschiede der Home-Assistant-Installationen.
Statt ha-evcc sind REST oder MQTT möglich. MQTT erfordert zusätzlich einen Broker; bei der genannten Integration muss man ihn nicht allein für diese Verbindung installieren. Die passende Schnittstelle und deren Absicherung beschreibt die evcc-Anleitung für Home Assistant.
Unser Vorschlag für die erste Inbetriebnahme
Wir würden zunächst nur einen klaren Anwendungsfall einrichten: Das Auto nutzt Solarüberschuss und erreicht bei Bedarf rechtzeitig eine definierte Mindestladung. Erst wenn das zuverlässig funktioniert, kommen zusätzliche Regeln für Speicher oder Heizung hinzu. Das hält die Technik verständlich und macht Fehler leichter erkennbar.
- Messwerte mit Zähler und Geräteanzeige vergleichen: Stimmen Vorzeichen, Einheiten und Aktualisierung? kW beschreibt Leistung, kWh eine Energiemenge.
- Zunächst einen Ladevorgang beobachten: Reagiert die Wallbox auf Überschuss und zusätzlichen Hausverbrauch? Stimmen Mindeststrom, Phasenverhalten und Fahrzeuggrenzen?
- Eine eindeutige Zuständigkeit für die Ladeleistung festlegen. Gegeneinander arbeitende Zeitpläne in Fahrzeug, Wallbox, evcc und Home Assistant vermeiden.
- Abfahrtsziel, manuelle Sofortladung und das Verhalten bei fehlenden Messdaten oder Internet testen. Eine gut sichtbare Bedienmöglichkeit für alle im Haushalt vorsehen.
Ein eigener zweiter Rechner ist für Home Assistant plus evcc nicht grundsätzlich nötig. Ob die vorhandene Hardware reicht, hängt aber auch von weiteren Apps, Datenbanken und Aufgaben ab. Große Kameraauswertungen sind beispielsweise ein anderes Lastprofil als eine kleine Energieautomation. Welche Wallbox-Funktionen dafür wichtig sind, erklären unsere Wallbox-Kaufhilfe und der Ratgeber zum PV-Überschussladen.
Was kostet ein HEMS über fünf Jahre?
Für den Vergleich trennen wir bekannte Controller- und Softwarekosten von den vollständigen Projektkosten. Die folgenden Rechenbeispiele setzen unveränderte Preise voraus. Zusätzliche Zähler, Wallbox, Speicher, Installation, Versand, Stromverbrauch des Rechners und Wartung sind nicht enthalten.
Vorhandene Hardware zuerst prüfen. Zusätzliche Zähler und der Einbau können mehr ausmachen als der Softwarepreis.
Pflichtabo, optionalen Fernzugriff und Updates getrennt betrachten. Ein gemeinsam genutzter Rechner zählt nur einmal.
| Lösung | Ansatz und Kostenbasis |
|---|---|
| Home Assistant auf Green | 179 € UVP für den Rechner; lokale Software ohne Pflichtabo. Zusätzliche Hardware und optionale Dienste separat. |
| Home Assistant + evcc auf Green | Bei erforderlichem Jahrestoken: 179 € + 5 × 50 € = 429 €. Mit direktem Lifetime-Token: 179 € + 150 € = 329 €. Bei tokenfreier Anbindung entfällt dieser Posten. |
| openWB Standalone | 239–408 € für den beschriebenen Controller; passende Ladepunkte und Messtechnik kommen gegebenenfalls hinzu. |
| clever-PV | Kostenloser Basisumfang oder Premium: aktuellen App-Preis × Laufzeit rechnen. Ohne bestätigten Premiumpreis kein belastbarer Fünfjahresbetrag. |
| Solar Manager Basic | Hardware nach Angebot plus 4 × 48 € = 192 € Abo in fünf Jahren, weil das erste Basic-Jahr enthalten ist. Premium gesondert kalkulieren. |
| SMA Sunny Home Manager 2.0 | Gerät, Einbau und gegebenenfalls Dienste anhand eines konkreten Angebots rechnen. Kein pauschaler Komplettpreis aus der Produktseite ableitbar. |
| Heartbeat AI | 699 € + 60 × 14,99 € = 1.598,40 € für die genannten Kauf-/Dienstposten. Erforderlicher Stromtarif, Messung und möglicher Einbau zusätzlich. |
Die Beispiele sind keine identischen Komplettpakete: Ein vorhandener Rechner oder Zähler kann die Nachrüstung günstiger machen. Umgekehrt kann die professionelle Einrichtung eines komplexen Systems mehr kosten als die Zentrale. Bei Home Assistant plus evcc wird ein gemeinsam genutzter Rechner nur einmal gerechnet. Die Preisquellen stehen bei den jeweiligen Systemen oben.
Auch der Dauerbetrieb gehört ins Budget. Reine Beispielannahme: Ein System mit durchschnittlich 5 Watt benötigt 43,8 kWh im Jahr. Bei angenommenen 30 Cent/kWh sind das rund 13,14 € jährlich. Das ist keine gemessene Verbrauchsangabe für Green oder ein anderes Produkt.
Wann lohnt sich die Optimierung?
Die wichtigste Frage lautet: Wie viel Verbrauch lässt sich zusätzlich in sinnvolle Zeitfenster verschieben? Ein tagsüber verfügbares Elektroauto kann viel aufnehmen. Ein Auto, das werktags erst abends nach Hause kommt, hat andere Möglichkeiten. Eine Wärmepumpe muss Raumtemperatur, Warmwasser und Betriebsgrenzen einhalten; ein Batteriespeicher verursacht zusätzlich Umwandlungsverluste und Verschleiß.
Eigene vereinfachte Beispielrechnung: Werden durch die Steuerung jährlich 1.000 kWh zusätzlich direkt aus PV genutzt, und ersetzen diese Netzstrom zu 30 Cent/kWh bei entgangenen 8 Cent/kWh Einspeisevergütung, ergeben sich 1.000 × (0,30 € − 0,08 €) = 220 € pro Jahr vor Systemkosten. Das setzt tatsächlich zusätzlich nutzbaren Solarstrom und vergleichbare Energiemengen voraus. Die Annahmen sind keine aktuellen Tarif- oder Vergütungszusagen.
Bei Speicherung müssen Verluste und Batteriekosten hinzukommen. Ersparnisse aus Solarstrom und dynamischem Tarif dürfen für dieselbe Kilowattstunde nicht doppelt gezählt werden. Zum Einstieg kannst du mit deinen eigenen Werten unseren Ladekostenrechner für Netz- und Solarstrom nutzen. Er ersetzt keine vollständige HEMS-Wirtschaftlichkeitsrechnung, macht aber den wichtigsten Verbrauchsblock greifbar.
Welche Lösung passt zu deinem Haus?
- Du möchtest gestalten und lernen: Home Assistant ist eine flexible Basis. Wenn E-Auto-Laden im Mittelpunkt steht, ist evcc eine gezielte Ergänzung. Zeit für Pflege und Fehlersuche einplanen.
- Du planst passende Ladepunkte als System: openWB mit abgestimmten Komponenten prüfen, besonders bei mehreren Autos und Lastmanagement.
- Du möchtest möglichst wenig zusätzliche Hardware: clever-PV kann passen, wenn die bestehenden Geräte vollständig unterstützt werden und Cloud-Abhängigkeit für dich akzeptabel ist.
- Du möchtest Einrichtung durch einen Fachbetrieb: Solar Manager und vergleichbare Gateway-Angebote mit einer verbindlichen Geräteliste und klaren Abo-Leistungen anfragen.
- Du hast bereits SMA-Technik: Zuerst prüfen, ob der Sunny Home Manager die gewünschten Aufgaben abdeckt. Zwei konkurrierende Optimierer erhöhen die Komplexität.
- Du möchtest ein abgestimmtes Tarif- und Steuerungsangebot: Heartbeat AI mit einem vollständigen Kostenangebot prüfen. Vertragsbindung, Kompatibilität und Wechselmöglichkeiten mitbewerten.
Unsere Empfehlung: Mit einer vollständigen Geräteliste und einem konkreten Ziel beginnen. Hersteller, Modell, Firmware, vorhandene Zähler und gewünschte Steuerbefehle schriftlich festhalten. Erst dann lassen sich Angebote fair vergleichen. Für die größere Planung helfen unsere Grundlagen zu Photovoltaik und Batteriespeichern.
Kompatibilität, Datenschutz und Netzsteuerung prüfen
- Modell statt Markenlogo: Ist nur die Anzeige möglich oder auch aktive Steuerung? Sind lokale Zugänge, Modbus, EEBUS oder eine Cloud erforderlich? Welche Firmware ist freigegeben?
- Lokaler Betrieb: Was funktioniert ohne Internet? Lokal installierte Software kann trotzdem von Cloud-Daten für Auto, Stromtarif oder Wetter abhängen. Ein Gateway im Haus bedeutet nicht automatisch vollständige Unabhängigkeit.
- Daten und Ausstieg: Wo liegen Verbrauchsdaten, lassen sie sich exportieren, wie lange läuft der Vertrag und was bleibt bei Kündigung nutzbar?
- Messung und Netzvorgaben: Ein HEMS-Rechner ist kein intelligentes Messsystem und ersetzt keine erforderliche Steuertechnik. Die Einbindung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen und § 14a EnWG mit Fachbetrieb und Netzbetreiber klären. Die Bundesnetzagentur unterscheidet direkte Steuerung und Steuerung über ein EMS. Informationen der Bundesnetzagentur.
- V2H und V2G: Eine HEMS-Anbindung macht aus einer normalen Wallbox kein bidirektionales Ladesystem. Dafür braucht es eine freigegebene Kombination aus Fahrzeug, Ladehardware und Installation. Mehr im Ratgeber zum bidirektionalen Laden.
Häufige Fragen zum HEMS-Vergleich
Ist Home Assistant bereits ein fertiges HEMS?
Home Assistant bietet eine Plattform für Messwerte, Anzeigen und Automationen. Ein einsatzbereites HEMS entsteht erst durch passende Geräteanbindungen und eingerichtete Regeln. Wer wenig selbst pflegen möchte, sollte ein betreutes Komplettangebot mitvergleichen.
Kann evcc auf Home Assistant Green laufen?
Mit Home Assistant OS lässt sich evcc über die dokumentierte Community-App installieren. Eine separate Community-Integration kann anschließend Werte und Bedienung in Home Assistant einbinden. Vorher sollten Gerätekompatibilität und die übrige Rechnerauslastung geprüft werden.
Brauche ich für evcc zwingend Home Assistant?
Nein. evcc kann eigenständig laufen. Home Assistant ist eine mögliche Ergänzung für eine gemeinsame Oberfläche und zusätzliche Hausautomation.
Ist ein HEMS ohne Photovoltaik sinnvoll?
Es kann sinnvoll sein, wenn größere flexible Verbraucher oder ein Speicher mit passenden dynamischen Preisen optimiert werden können. Bei wenig verschiebbarem Verbrauch können Gebühren den Nutzen aufzehren. Deshalb mit dem eigenen Lastprofil rechnen.
Welche HEMS-Lösung ist am günstigsten?
Das hängt von vorhandener Hardware, unterstützten Geräten und dem Einrichtungsaufwand ab. Kostenlose Software kann einen günstigen Einstieg ermöglichen; ein fehlender Zähler oder aufwendige Anpassungen können wichtiger sein als der Softwarepreis. Über mehrere Jahre inklusive Pflichtabos vergleichen.
Für uns liegt der Reiz eines HEMS darin, dass die einzelnen Bausteine im Haus zusammenarbeiten. Das muss nicht mit einer großen Investition beginnen. Eine verlässliche Messung und eine gut eingerichtete Ladesteuerung können bereits ein sinnvoller erster Schritt sein – mit Raum zum späteren Ausbau.



